Helmut (Hellmuth) Martinsen
geb. 5. 7. 1903, gest. 1982

- und sein Bruder Karl Martinsen, geb. 1899, gest. 1960 -

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Hellmuth Martinsen 1977

Links und rechts: 2 Gemälde von Helmut Martinsen (eigentlich: Hellmuth L. Martinsen). Mitte: ein Gemälde von seinem Bruder Karl Martinsen. Sie zeigen die Insel Sylt in verschiedenen Stimmungen (Größen: 30x60, 30x40, 60x80 cm).


K. Martinsen, Wogen mit tiefstehender Sonne (Sylt), 80x100 cm.

H. Martinsen, Wogen mit Buhnen (Sylt), 80x100 cm.


O.: H. Martinsen, Abenddämmerung auf Sylt ( zu verkaufen)

Links: H. Martinsen, Dünen mit Wellen auf Sylt,
mit 80x120 cm das größte bisher bekannte Gemälde
eines der beiden Martinsen. Es ist ebenso verkäuflich.
Bei Interesse wende man sich an Herrn Johann Strobel:
fam.strobel(ca)online.de
Nur gültig für das links stehende Gemälde.
(ca) bitte durch @ ersetzen!


H. Martinsen, Dünen, Besitz: Fam. Scott


H. Martinsen, Wogen.


K. Martinsen, Sturmwolken mit Gegenlicht

K. Martinsen, Wolken mit Gegenlicht.


H. Martinsen, die Kirche St. Severin in Keitum auf Sylt.


K. Martinsen, Winterlandschaft, 1913

Hellmuth Martinsens Heim „Hüüs ön Lee“
- und einige Gemälde, die er besonders liebte, und die darin aufgehängt waren -


„Hüüs ön Lee“


Halling 1


Halling 2


Schafe


Rehe

   

 
Karl Martinsen,
Stürmische
Wogen

   
         

Hellmuth Martinsen malte meist nachts in seiner Küche. Er benutzte eine Leuchte. Das teilte mir ein damals kleines Mädchen mit, die dabeisein durfte. Unter seinem Haus befand sich ein Bunker.

Zu Helmut Martinsens 70. Geburtstag am 5. Juli 1973 brachte die „Sylter Rundschau“ den folgenden Artikel:

„Das Segeln erhielt mich jung !“

Helmut Martinsen feiert heute seinen 70. Geburtstag

Wenn die Segelkameraden dem Maler Helmut Martinsen heute mit ihrem Vereinsgruß „Mast- und Schotbruch“ Glück zum 70, Geburtstag wünschen, wird der leidenschaftliche Segler mit einem lachenden und einem weinenden Auge an seinen „Lausbub“ denken. Der glückverheißende Bruch passierte ihm nämlich tatsächlich nach mehr als 50 Jahren, in denen er jede freie Minute auf dem Wasser verbrachte.

Helmut Martinsen ist gebürtiger Westerländer. Nachdem er im letzten Kriegsjahr konfirmiert wurde, ging er vier Jahre in Flensburg in die Lehre als Glasschildermaler. Gleichzeitig besuchte er die Fach- und Zeichenschule bei dem Zeichenlehrer Jule Bons. Auf der Wanderschaft lernte er Dänemark, Mecklenburg und Brandenburg kennen. Wo immer möglich, besuchte er in Schwerin, Rostock, Ludwigslust, Fürstenwalde und später in Berlin, wo er 1930 heiratete, Mal- und Zeichenschulen. In jenen Jahren war er Mitglied des Sylter Vereins in Berlin. Unvergessen sind die Petritagfeiern, an denen Helmut Martinsen mit Boy Christiansen zusammen für die Tanzmusik sorgte, die an einem solchen Tag dazugehörte. Elf Jahre lang war er in Berlin, wo er bei dem Landschaftsmaler C. Weikert am Müggelsee viel für die große Freude an der Landschaftsmalerei lernte, der er sich später ganz zuwandte. Schon 1937 war Helmut Martinsen nach Sylt zurückgekehrt. Aber der Krieg führte ihn wieder fort nach Frankreich und Norwegen. Seine schwer erkrankte Frau starb kurz nach seiner Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft.

Seine jetzige Lebenskameradin Erika heiratete er 1948. Nach schweren Aufbaujahren konnte zehn Jahre später, nicht zuletzt durch die Mithilfe seiner Frau in der Vermietung und bei den Verkaufsausstellungen, das eigene Häuschen im Bundiswung bezogen werden. In fleißiger Arbeit entstanden dort an der Staffelei viele Bilder. Auch heute steht sie nicht leer. Aber aus dem rastlosen Schaffen wurde nun eine Feierabendtätigkeit. Die große Freude am Segeln mit Frau Erika als Vorschotmann nimmt heute einen bevorzugteren Platz ein als früher. Auch dem Gesangverein ist er treu geblieben, dem er seit vielen Jahrzehnten angehört. So ist es im „Hüs ön Lee“ ein wenig ruhiger geworden. Die Hetze des Alltags bestimmt nicht mehr das Tempo, sondern Helmut Martinsen genießt es, Herr seiner Zeit zu sein, die ihm noch viele schöne Stunden bescheren möge.

Würdigung:

Unser Sylter Inselmaler Helmut Martinsen (eigentlich: Hellmuth L.Martinsen) war für mich die Verkörperung der Natur, die ich auf Sylt fand. Er malte hervorragend, nur nicht für Anhänger der „modernen Kunst“, die er wohl ebenso verabscheute wie ich. So genau waren seine Bilder, daß man die Grashalme des Strandhafers, die Tropfen der Wellen und gar einzelne Sandkörner auf den rötlich-gelben Dünen zu sehen glaubte. Dabei waren die Gemälde nie eine Photographie, wie viele dachten, die sich nie an eigenen Arbeiten versucht hatten, sondern sie waren nach Zeichnung und Komposition erarbeitet.

Karl Martinsen: Hellmuth hatte zahlreiche Geschwister, unter anderem auch einen älteren Bruder Karl, welcher im gleichen Stil malte und auch auf Sylt lebte. Er war dort geboren 1899 und starb 1960. Er wohnte mit seiner Famlilie im Hugo-Köcke-Weg in Westerland, nahe des Flughafens. Oft bezahlte er seine Wirtshausrechnungen in Westerländer Gaststätten wie „Matz Petersens Gasthof“ oder „Astoria“ mit Ölgemälden. Viel mehr weitere Lebensdaten sind leider über ihn bisher nicht bekannt.

Die beiden stammten aus einer sehr großen Familie: Sie waren insgesamt 16 Geschwister, jedoch wurden nicht alle sehr alt. Der älteste Bruder namens Heinrich fuhr zur See und war später Lotsenkapitän auf dem Kaiser-Wilhelm-Kanal.

Unten: Martinsens Visitenkarte. Sein Vorname wurde meist falsch geschrieben: im Original schrieb er sich mit 2 l und th: Hellmuth L. Martinsen.

Gerhard Helzel

Dipl.-Ing. Gerhard Helzel, Timm-Kröger-Weg 15, D-22335 Hamburg, Tel. 040-505374